Heute ist der vierte Advent. In sehr vielen Haushalten in der Welt spielt sich heute so ziemlich das gleiche Spiel ab: Auf dem Wohnzimmertisch steht ein dekorativ hergerichteter Adventskranz, an dem alle vier Kerzen entzündet sind, irgendwo dudelt vielleicht ein Radio oder CD-Player traditionelle oder modernere Weihnachtslieder runter und die Wohnung duftet herrlich nach frisch gebackenen Plätzchen. Vielleicht sind auch die Fenster geschmützt mit Papierschnitten der Kinder oder gekauften Strohsternen. Hier und da dürfte auch eine Lichterpyramide oder ein anderes leuchtendes Ensemble zu finden sein, was im Fenster hängt und nach draußen die Nachricht zu übermitteln versucht: “Hier kannst du dich wohlfühlen!”.
So ist es vielleicht vielerorts. Ich gebe zu, einige dieser Punkte treffen auch auf unser Zuhause zu. Doch ist dies Standard?
Es gibt Familien, denen fehlt es an Weihnachten, und nicht nur an Weihnachten, am nötigen Geld, sich diesen “Luxus” zu gönnen. Dort begnügt man sich mit Teelichtern oder Kerzenstumpfen, die auf dem Tisch stehen und ein wenig Wärme in die ansonsten recht kalte Wohnung bringen. Hier ist selten was zu hören von “Santa is coming to town” oder
“Last Christmas”. Hier hört man höchstens die Kinder vor sich hinwimmern – nicht, weil sie traurig sind, dass sie arm sind. Sie kennen das häufig nicht anders. Sondern weil ihnen kalt ist und die wenige Kleidung, die sie tragen, durch die feuchte Luft dermaßen klamm geworden ist, dass sie nicht mehr wirklich wärmt.
Schon irgendwie krass, zu sehen, welche Unterschiede sich ergeben können an einem solch “normalen Tag”, wie es der heutige vierte Advent vielleicht sein mag.
Es gibt Menschen, die in diesen letzten Tagen vor dem großen Fest in Panik geraten, weil sie noch nicht alle Geschenke gekauft haben oder weil ihr Weihnachtsbudget noch gar so sehr viel Platz beinhaltet um vielleicht doch noch das ein oder andere zusätzlich zum bereits gekauften Geschenk hi
nzu zu packen. Denen sollte man bewusst machen, dass es auf der anderen Seite auch Menschen gibt, die an diesem Weihnachtsfest nichts außer ihrer Liebe zu verschenken haben. Die nicht die Möglichkeit besitzen, pro Person 100 Euro oder mehr einzuplanen, sondern die froh sind, wenn sie über die Feiertage mit dem, was ihnen geblieben ist am Monatsende, über die Runden kommen.
Ich wünsche euch allen ein gesegnetes und ruhiges Weihnachtsfest, ob mit oder ohne viel Geschenke. Wichtig ist einzig die Tatsache, dass man spürt, geliebt zu werd
en.
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