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15. Mrz. 2009 um 14:01 Uhr | Kommentar schreiben

Ein jeder kennt vielleicht die Situation, weil man in der Familie oder im Bekanntenkreis solche Fälle hat oder aber ein Arbeitskollege ist betroffen – vielleicht sogar man selbst? Ich spreche von chronischen Krankheiten, mit denen Patienten ihr Leben lang häufig leben müssen. Was für den gut eingestellten Epileptiker, der ohne Anfälle durch den Alltag kommt, wenig Problem darstellt, beginnt vielleicht beim Astmatiker oder dem Patienten mit einer chronischen Bronchitis eher zum Problem zu werden: Die Beeinträchtigung im täglichen Leben und der Verlust einer gewissen Lebensqualität auf Dauer. Zudem lebt ein solcher Patient immer in der Gefahr, in der Öffentlichkeit als “Störfaktor” aufzutreten (durch die Symptome seiner Krankheit – eben z.B. häufigere Hustenanfälle). Wie geht die Öffentlichkeit in solchen Situationen mit diesen Menschen um? Hier muss man unterscheiden, ob das Umfeld um den chronisch Kranken “bescheid weiß” oder nicht – denn hier unterscheiden sich die Reaktionen mächtig.

Astma.jpgPersonen, die über das “Drumherum” bescheid wissen (z.B. im Falle des Astmatikers), gehen mit einem Hustenanfall anders um – er wird akzeptiert und man hat zusätzlich ein waches Auge auf die Person – es könnte sich ja ein Anfall entwickeln. Der Astmatiker in unserem Fall findet also eine gewisse Akzeptanz seiner Krankheit mit ihren Beeinträchtigungen vor und kann sich sogar ein wenig “in Sicherheit wiegen” – schließlich kann man heutzutage davon ausgehen, dass die Mehrheit der Erwachsenen weiß, dass ein Astmatiker im Falle eines Anfalls ein Notfallspray benötigt, was er wohl zu 99,9% bei sich führen wird.

Weiß das persönliche Umfeld nichts über die Umstände, die den Patienten betreffen, sieht es hier schon deutlich dümmer aus: Zum einen werden die störenden Symptomäußerungen vielleicht nicht ganz so kommentarlos akzeptiert (“Oh, das hört sich aber nicht gut an!”, “Geh’ doch mal zum Arzt!” …) und im wirklichen Falle eines Notfalls ist man relativ auf sich alleine gestellt.

“Was kann man nun tun?” ist die Frage, die sich aufdrängt. Nun, als chronisch Kranker sollte man bei sich selbst beginnen. Der wichtigste Punkt überhaupt, ist, die Krankheit (egal welche) zu akzeptieren. Es nutzt nix, wenn man sich nicht selbst eingesteht, unter der Krankheit XYZ zu leiden, sondern sich eine heile Welt herbei zu lügen. Sowas führt nämlich nur dazu, dass z.B. die Medikamente nicht nach Vorschrift eingenommen werden (“Mir geht es doch gut – wozu brauch ich das überhaupt?”) und dass man die Warnsignale, die einem der eigene Körper sendet, nicht zu verstehen weiß. Also Punkt 1: Akzeptiere dein Leiden!

Punkt 2 wäre wohl gleich der, dass man sein Umfeld (Familie, Freunde, ggf. direkte Arbeitskollegen) über die Krankheit an sich informiert, falls diese ggf. mal eine wichtige Rolle spielen könnten (weil sie z.B. das Notfall-Spray im Schrank finden müssen oder das Insulin aus der Handtasche kramen sollen). Natürlich ist dieser Schritt für den chronisch Kranken kein leichter – es kann aber durchaus ein lebensrettender sein!

Als “persönliches Umfeld” eines chronisch Kranken sollte man den Patienten akzeptieren, wie er ist. Auf seine Krankheit Rücksicht nehmen (häufig gibt es hier ja Punkte, wo die Person nicht ganz so belastbar ist wie andere) und lernen, mit Anzeichen für evtl. auftretende Anfälle umzugehen bzw. diese überhaupt erst wahrzunehmen.

Es nutzt Niemandem, chronisch Kranke auszugrenzen, weil man hier von einer Gefahr für sich selbst ausgeht. Von chronisch Kranken geht in aller Regel keine Ansteckungsgefahr aus (zumindest nicht, was die chronische Krankheit angeht). Also ist es purer Unsinn, diese Menschen “abzuschieben”.

Wichtig ist, dass die Krankheit akzeptiert wird – beim Umfeld wie auch beim Patienten selbst. Wobei zweiteres gerade am Anfang wohl wirklich der schwierigere Part ist. Wer akzeptiert schon gerne eine Krankheit, die einen ein Leben lang begleiten wird und deren Verlauf schlussendlich häufig auch die Todesursache stellt? Das ist sicherlich nicht ganz einfach.

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